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Leben im Heim

In Deutschland lebten von 1945-1990 über eine Million Kinder und Jugendliche in Säuglings- oder Kinderheimen, in Werkhöfen und Jugendwohnheimen. Das Leben getrennt von den Eltern und Geschwistern ist durch eine Vielzahl von Besonderheiten gekennzeichnet.

Einführung

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Der erste Tag im Heim war für viele Heimkinder ein sehr entscheidender und häufig auch dramatischer Tag. Jeder erlebt die Trennung von Eltern und Familie anders.        Logo
 
Für manche war es der Beginn einer Geschichte von Leid und Demütigung, andere erlebten das Heim als eine Rettung vor den Eltern. Von den vielfältigen Erfahrungen dieses ersten Tages berichten die folgenden Zeitzeugentexte.
Diese Texte sind sehr verschieden. Manche sind lang, manche kürzer. Aber allen gemeinsam ist, dass sie auf je eigene Art und Weise Zeugnis von einem zumeist das gesamte weitere Leben beeinflussenden Ereignis ablegen.
 
   Quelle: URL + AET 222

 

Bericht von Volkmar J. aus dem Kinderheim Walda

 
 
Volkmar…….!
Ja, und schaute von meinem Stuhl auf, im Flur des Jugendamtes war die Tür aufgegangen. Frau Mai (Mitarbeiterin der DDR-Jugendhilfe – Name aus rechtlichen Gründen geändert) stand dort. Ich stand auf, ging ins Zimmer, wo die Webern an der Tür immer noch stand und auf mich wartete. Zusammen betraten wir das Zimmer.
Neben dem Schreibtisch auf einenStuhl saß noch immer meine Mutter, jedoch nicht mehr so, wie wir das Zimmer gemeinsam zuvor gemeinsam betreten hatten. Mich hatte man schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Zimmer geschickt. Ihre Augen waren rot unterlaufen.
      WaldaVolkmarJ
Erst Jahre später sollte mir klar werden, dass rot-unterlaufene Augen ein Zeichen sind, wenn man geweint hatte. Frau Weber versuchte nun mir zu erklären, dass mich meine Mutter am nächsten Tag nach Walda bringen werde, wo ich einige Zeit bleiben werde. Sagte aber nicht, dass es sich hier um ein Kinderheim handeln würde, in das mich meine Mutter bringen würde. Es war kalt an dem Tag, als mich meine Mutter zusammen mit ihrem neuen Freund nach Walda ins Kinderheim bringen wollte und auch sollte, weil die Jugendhilfe es so entschieden hatte.
Bis zur Bushaltestelle war es nicht weit keine hundert Meter. Mutti hatte mir noch zuhause am Abend zuvor gesagt, dass sie mich ins Heim bringen werde, da das Jugendamt es so wolle. Ich wollte ganz und gar nicht ins Heim. Ich wusste auch keinen Grund, warum das sein sollte. So standen wir an der Bushaltestelle um auf den Bus zu warten. Die ganze Zeit über hielt mich der Freund meiner Mutter am Arm fest, als ob er es ahnte. Ich weiß es nicht. War mir eigentlich egal, ich hatte nur einen Gedanken. Ich wollte einfach weglaufen, wollte nicht ins Heim.
Gesagt getan. Als sich der Freund meiner Mutter eine Zigarette anbrannte, nahm ich die Chance war und rannte los, so schnell wie mich meine jungen Beine trugen. Ohne Erfolg, jemand packte mich am Kragen und zog mich zurück. Beim Umdrehen konnte ich sehen, es war der Freund meiner Mutter. Ich wollte aber nicht ins Heim. So versuchte ich, mich aus seinem Händegriff zu befreien. Es ging heiß her.
LPG = Abkürzung für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft.
Die LPGs entstanden ab 1952 als "freiwilliger" Zusammenschluss von Bauern zur gemeinsamen Produktion als Genossenschaft. Das in die Genossenschaft eingebrachte Land sollte gemeinsam bearbeitet werden.
Bis 1960 sind nahezu alle landwirtschaftlichen Betriebe in einer LPG aufgegangen.
     


Ich versuchte los zu kommen, um wieder lange Beine machen zu können und er versuchte mich festzuhalten mit aller Gewalt. Dies nahm er auch ziemlich wörtlich, denn auf einmal bekam ich einen Schlag ins Gesicht. Meine Nase blutete und ich weinte. Tat ganz schön weh. Dieser Schlag auf meine Nase, bestärkte mich in meiner Meinung, die ich mir über den Freund meiner Mutter bereits gemacht hatte. Ich konnte ihn von Anbeginn nicht leiden und fand auch nie einen Draht zu ihm. Mutter nahm schnell ein Taschentuch aus ihrer Tasche und drückte es mir auf die Nase. Da kam auch schon der Bus. Mit Nachdruck bin ich in diesem gestoßen worden, ich voran, dann der Freund meiner Mutter und zum Schluss kam sie. Ich weinte und habe mir das Taschentuch vor die Nase gehalten die immer noch blutete. Das ging so eine halbe Stunde, dann kamen wir in Walda an.
Vom Dorfplatz, wo die Haltestelle sich befand und der Bus hielt, bis zum Kinderheim mussten wir dann noch laufen. Die ganze Zeit hielt mich der Freund meiner Mutter fest, damit ich ja nicht wieder weglaufen konnte. Wahrscheinlich hatte er immer noch Angst, dass ich es noch einmal versuchen könnte. Mir kam der Weg bis zu dem Heim wie eine Ewigkeit vor, obwohl es doch keine fünf Minuten von der,Haltestelle weg war. Wir mussten dann noch schräg über über ein LPG-Gelände laufen (siehe nebenstehenden Kasten). Sobald man die Toreinfahrt von der Straße her durchlaufen hatte, konnte man schon das Heim sehen, was in der nächsten Zeit mein zuhause werden sollte. Ich war ganz und gar nicht einverstanden. Schnell waren die Formalitäten erledigt.

Ein Erzieher brachte mich in ein Zimmer, dort waren andere Kinder, Kinder die hier im Heim lebten. Meine Mutter hatte kaum noch Zeit auf Wiedersehen zu sagen, dann ging auch sie. Ihr Freund sagte nichts zu mir. Ich setzte mich an einen Tisch und schaute das Treiben um mich herum an. So richtig konnte ich es nicht fassen, dass ich nun für lange Zeit hier im Heim bleiben sollte. Das war ganz und gar nicht nach meinem Geschmack.
Wo sollte ich aber hin? Nachhause ging nicht, da war der Freund meiner Mutter, der würde mich sofort wieder ins Heim bringen und mir auch noch den Arsch versohlen. Schläge habe ich schon zu genüge in meinem kurzen Leben erhalten, da bestand kein Bedarf mehr. Ich weiß nicht, wie lange ich hier still am Tisch gesessen habe und meinen Gedanken nachhing, bis mich ein Erzieher ansprach. Den Namen weis ich heut nicht mehr.
Ich sollte mitkommen. Wir gingen die Treppe zu ersten Stock hoch und dort in einen Schlafsaal. Hier standen 15 Betten, oder waren es 20: Auf eins davon gingen wir zu. Volkmar! Sprach er mich an, hier wirst du schlafen. Deine Sachen kannst du dort in den Schrank räumen, dabei zeigte er in Richtung der Tür, durch welche wir gekommen waren. Neben ihr befanden sich vier Schränke. Welche Sachen ich einräumen sollte, wusste ich nicht, Mutti hatte doch gar keine mitgegeben. Ich hatte nur das, was ich auf dem Leib trug.
Am Montag gehen wir dann in die Schule. Was quatscht der denn von Montag heute war doch erst Samstag. Alles was man zu mir sagte, drang wie durch einen Schleier zu mir. Heute war der letzte Ferientag. Wie sollte ich auch alles verstehen und noch dazu begreifen. Ich war erst acht Jahre. Noch nie von zuhause weggewesen, ausgenommen, wenn ich im Krankhaus lag. Das war als wir Kinder zuhause alle an Gelbsucht erkrankt waren. Da waren wir auf der Radeburger Straße in so einer Isolierbaracke, die zum Krankenhaus der Stadt gehörte.Um die Mittagzeit gingen wir alle in einen großen Saal. Der am Ende vom Gang im Erdgeschoss war. Man konnte vom Hauseingang genau darauf schauen und zugehen. Man setzte mich zu den anderen Kindern an den Tisch und stellte mir einen Teller mit Suppe vor die Nase. Die anderen Kinder musste sich ihren Teller Suppe allein vorn an der Eingangstür zum Speisesaal abholen.
Nach dem Essen, gingen wir auf dem Hof zu spielen. Gleich neben dem Haus befand sich ein Teich, er war zugefroren, so dass wir darauf gehen konnten. Ich weiß nicht was ich den ganzen Tag so gemacht habe, ich war in meinen Gedanken versunken und nahm das Treiben um mich herum nur als eine Art Geräuschkulisse war.
Als es dunkel zu werden begann, ging es wieder ins Haus. Ich fühlte mich die ganze Zeit beobachtet. Mit anderen Kindern hatte ich noch kein Wort gesprochen, habe mich von allen fern gehalten, auch wenn der Erzieher immer den Versuch unternahm mich den Kindern näher zu bringen. Ich wollte einfach nicht. Hatte dazu Wut im Bauch die man sich nicht vorstellen kann. Ich kam nicht darüber hinweg, dass meine Mutter es zugelassen hat, mich in ein Kinderheim zu stecken.
Irgendwie fand ich auch den Weg ins Bett. Am nächsten Morgen war es passiert. Mein Bett war nass. Wie konnte ich das nun verheimlichen? Alle Versuche es zu verheimlichen, schlugen fehl. Ein Junge, der sein Bett neben dem meinen hatte, bekam Wind von der Sache und sagte dem Erzieher gleich Bescheid. Petze, dachte ich.
„Volkmar, ziehe dein Bett ab und bringe die Wäsche runter in die Waschküche. Lass dir neues geben und beziehe das Bett gleich wieder“. Der Ton hatte sich geändert. Gestern als ich angekommen war sprach man noch mit einer leise Stimme zu mir. Heute war er lauter und auch energischer geworden. Ich bekam es mit der Angst zu tun schnell machte ich mich dran, die Wäsche abzuziehen. Als ich mit dem abziehen fertig war, machte ich mich auf die Suche nach der Wäscherei. Mit Hilfe habe ich sie auch finden können. Wäsche hochbringen, ab damit aufs Bett wieder runter um auch noch Frühstücken zu können. Viel gab es nicht, ein Teller Milchsuppe und eine Scheibe trockenes Brot dazu. Nachschlag kannte man hier nicht. Den Sonntag verbrachte ich damit, meine neue Umgebung zu erkunden. Wohl sehr zum Leid des Erziehers. Er musste immer ein Auge auf mich haben, um zu verhindern dass ich mich wohl zu weit vom Haus entfernen würde. Montag. Das Bett war trocken, ich war erleichtert.
 
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Bericht von Maria Fucke vom ersten Tag in Wolfersdorf - 1968

 
  
In den Jugendwerkhof Wolfersdorf bin 1968 aus dem Durchgangsheim Leipzig gekommen. Ich bekam ein Zimmer mit zwei anderen Mädels.       Logo
 
Es war sauber, bin gut aufgenommen wurden, mir wurde alles gezeigt. Ich war 15 Jahre alt. Es waren dort drei Gruppen, je ungfähr mit 10-12 Kindern oder Jugendlichen. Mein Name kann genannt werden. Weiter kann ich mich nicht erinnern.
 
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Bericht von Günter R. vom ersten Tag in Werftphuhl

 
 
ich wurde in der nacht gegen drei uhr von der volksbildung oder vom rat des kreises aus meinen bett  geholt.       Logo
danach fuhren wir nach berlin, nach werftpfuhl ins spezialkinderheim. dort wurden mir meine privatsachen abgenommen. mir wurden die haare kurz geschnitten, ich bekam einen traingsanzug und ich wurde einen tag lang isoliert. ich glaube, am nächsten tag kam ich auch zur untersuchung. so weit ich mich erinnere, waren wir vier gruppen, getrennt in jungen und mädchen. ich kam erst den dritten tag in die gruppe. in der gruppe waren ca 14 -17 kinder. es waren weibliche erzieherinnen. von zuhause wurde alles weggenommen, es gab keine persöhnlichen dinge. in der gruppe war es wie im untergang, einige waren ans bett gefesselt, wir hatten auch einige, die ständig epileptische anfälle bekamen. sie wurden mit  zwangsjacken am bett gefesselt. es war die hölle auf erden. der sogenannte  abschaum der gesellschaft, der hier verborgen wurde. traurig ist nur, dass ein doktor aus der humbolt universität,  dr. werner, dieses objekt benutzte, um seine wissenschaftlichen arbeiten durchzuführen. es ist schade, dass diese aufzeichnungen, die zeigen, dass die hochschule mit uns medikamentenversuche machte, von der hochschule nicht freigegen werden. viele  sachen aus dem heim werden in der serie "auf biegen und brechen" wieder gegeben. die spezialkinderheime waren das schlimmste, was man kindern antun konnte.
traurig ist in dieser  gesellschaft, dass ich seit 2001 um meine reha kämpfe, und wie man von den gerichten und vom amt für soziales in chemnitz als abschaum betrachtet wird.
mein leben wurde durch diese Einweisung komplett vernichtet.
so für heute möchte ich nun schliesen viele grüsse. 
 
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Bericht von Manuela P. von ihren frühesten Erinnerungen

 
 
Ich war erst 3 bis 4 Monate alt, als ich ins Heim kam, ich kam direkt aus dem Krankenhaus dorthin.       Logo
 

Mein Eltern ließen sich zu diesem Zeitpunkt scheiden und stritten sich vor Gericht um das Sorgerecht.  Da man sich nicht entscheiden konnte, gab man mich ins Heim ab.  An was ich mich erinnern kann ist,dass meine Gruppe aus ca. 30 Kindern bestand und ich ein sehr ruhiges Kind war. Ich zog mich immer wieder zurück und spielte alleine.Die Gruppenstärke in den Säuglingsheimen und anderen wurde mir durch ein Kind einer ehemaligen Heimerzieherin der DDR bestätigt.Sie ist heute selber Erzieherin in einer Wohngruppe (Kinderheim). Alles was ich an meinem Körper trug war nicht mein Eigentum, es gehört dem Staat und musste ich mir mit den anderen Kindern teilen, auch das wurde mir durch ihr bestätigt.
Alles was mir von dieser Zeit, von diesen 1 1,5 Jahren im Kinderheim blieb ist das Trauma, eine zerstörte Kindheit und zerstörte Bindung zwischen Mutter und Kind bzw. Eltern - Kind.

 
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Bericht von Udo S. vom ersten Tag in Werftphuhl

 
 
Mein erster Heimtag
Ich war gerade erst 9 Jahre alt, als die Heimverbringung über mich beschlossen und realisiert  wurde.
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Am vorletzten Tag der großen Ferien fuhr meine Mutter mit mir in einer mir endlos erscheinenden Zugfahrt von Nordhausen über Berlin, nach Wertpfuhl.
Mein erster Eindruck vom Heim war ein in sich geschlossener Gebäudekomplex, mit Außenmauer, Tor und Pförtnerhäuschen. Meine Mutter und ich wurden nach der Registrierung am Pförtnerhaus durch eine ältere Frau in Empfang genommen. Es folgte Papierkram und Gruppeneinweisung. 
Zum Abschied durfte ich, zusammen mit einer Erzieherin, meine Mutter noch bis zum Werftpfuhler Bahnhof begleiten. Der Zug fuhr ein und meine Mutter verschwand trotz meines Heulkrampfes so wie die roten Schlusslichter des Zuges, die mir nachdrücklich bewusst machten, dass ich von nun ganz alleine bin.
Da es in Werftpfuhl offenbar keine weiteren Häuser gab und eine Flucht mir sinnlos schien, begab ich mich mit der Erzieherin in die mir zugewiesenen Gruppenräume.
Zwei größere Schlafräume mit 6 bzw. 8 Betten, ein Aufenthaltsraum, Waschraum und Toilette in Reihen ohne Türen davor. Es fiel mir auf, dass die Fenster  vergittert waren und auch das durchscheinende  Sonnenlicht schien vergittert zu sein, mit gekreuztem Schatten auf dem Fußboden.  
Das war von nun an meine Gruppe und die Umgebung, in der ich leben sollte. Ein Heim mit über 320 Kindern im Alter von 8 bis fast 18 Jahren. Die "Sitzenbleiber" mitgerechnet.
Mir wurde ein Bett im Schlafraum der "Kleinen" zugewiesen, was sich später noch als "Handicap" herausstellen sollte. Die Kleinen waren sozusagen die 2. Wahl und unterstanden der "Befehlsgewalt" und Willkür der "Großen".
An persönlichen Dingen hatte ich so gut wie nichts, außer meine Kleidung und etwas Schreibzeug mit. Die meisten persönlichen Sachen wurden dann auch eingezogen und irgendwo gelagert. Es gab Einheitskleidung, die nicht so richtig passte und mich dann bei späteren Ausgängen als Heimkind denunzierte.
Meine Gruppenräume waren im ersten Eindruck recht sauber. Erst später wurde mir klar, dass ich nun als "Kleiner" auch ein Teil der Putzkolonne bin.  
Eine besondere Begrüßung gab es nicht. Lediglich fand für alle Kinder durch den Heimleiter, der meistens nur mit zwei großen Boxerhunden an seiner Seite zu sehen war, eine kurze Einweisung und Belehrung über  den Umgang mit Fundmunition statt. Dies geschah in der Aula, in der zu meiner Freude, auch das Klavier stand, was mir später oftmals Trost schenkte.
Unabhängig davon, wurde mir sehr schnell klar, dass nun das Faustrecht galt und der Stärkere das Sagen hatte. Selbst die teilweise erst 20-jährigen Erzieherinnen schienen sich dieser bitteren Realität unterzuordnen.
Nun war ich, Udo Spangenberg hier, ganz allein unter 320 Kindern, mit nichts außer der Hoffnung hier heil durch zu kommen.
 
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Bericht von Rolf S. aus dem Säuglingsheim

 
 
Die haben ne Frage gestellt zu meinen ersten Tag im Heim. Ich würde ihnen gerne eine Antwort geben, aber es gab auch Kinder, die in ein Säuglingsheim gekommen sind.       Logo


Somit kann ich diese Frage nicht beantworten, ich war einfach zu klein, um mich daran zu erinnern.
Leider gibt es von mir aus diesem Lebensabschnitt keine Infos und keine Bilder von mir.

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Bericht von Katrin D. vom Kinderheim Rodewisch - 1974

 
 
An meinen ersten Tag im Heim kann ich mich noch genau erinnern, da es tief und schmerzlich gespeichert ist und ich immer noch mit meiner Aufarbeitung kämpfe. Ich war ja 2 mal in einem Kinderheim.       Logo
 
Ich schreibe jetzt über das erste mal: ES WAR KURZ NACH OSTERN 1974. Früh, sehr zeitig klingelte es bei uns zu Hause. Mehrere Frauen und Männer rissen uns regelrecht von zu Hause raus. Es hieß, Kleidung zusammen packen, anziehen und ab in einen Polizei-Barkas. Ich war 7 Jahre alt und wurde, wie auch meine jüngere Schwester von zu Hause weg geholt. Ich verstand gar nichts. Ich schrie und weinte und war fix und fertig. Mit unserer Mutter transportierte man uns in dem besagten Barkas von Reinsdorf nach Zwickau bis in einen großen Hinterhof, wo meine Mutter aussteigen musste und wir weiter, von ihr getrennt, in einen anderen großen Hof ankamen.
 
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Bericht von Vernando vom ersten Tag im Spezialkinderheim Sigrön

 
 

Hallo, ich bin Vernando, geboren 1966 und verbrachte von 1976 bis 1979 meine Zeit im SKH Sigrön. Ein schöner Augusttag 1976, leichte lockere Cumuluswolken, die Sonne erhitzte den Zug.

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Nur für ein paar Wochen sollte ich dort bleiben. Ich hatte schon einiges an Einrichtungen in meinem kurzen Leben erfahren können. Schlimmer konnte es ja nicht werden. Morgens in aller Frühe fuhren wir von Werneuchen in Richtung der neuen zeitweiligen Unterbringung. Den Weg prägte ich mir ganz genau ein. Das war jedoch nicht notwendig, denn diese Strecke sollte ich noch viele Male fahren müssen.
Und in dieser Zeit werde ich eben versuchen, gewisse Verhaltensauffälligkeiten zu unterdrücken. Na ja, ich glaubte den Worten meiner Eltern, dass es sich nur um einen kurzen Aufenthalt handeln sollte.
Von Bad Wilsnack liefen wir durch einen dichten Wald auf der Straße in Richtung Sigrön und waren nach längerem Fußmarsch angekommen. Wir betraten das Gelände. Äußerlich war nicht zu erkennen, das es sich um ein Spezialkinderheim für auffällige Kinder handeln sollte. Es gab keine direkte Umzäunung um das Gelände. Zumindest waren diese für einen Neunjährigen ohne Probleme zu überwinden. Das Haupttor war nur ein breiter Eingang, eingrenzt von gemauerten Pfählen. Eigentlich so gesehen kein Problem die Flucht zu ergreifen. Als wir das Gelände betraten, wurmte mich ein recht angenehmes Gefühl, das sich bald ins Gegenteil verkehren sollte.
Ein breiter Weg führte in Richtung des Jagdschlosses des ehemaligen Reichsministers Speer.
Davon erlangte ich viel später erst die Kenntnis.
Rechts und Links des Hauptweges war der Rasen gesäumt in weiß gekalkten und ins Erdreich eingesetzten Steine. Linker Hand standen wenige Einfamilienhäuser und rechts des Weges Streuobstwiese und im Blickfeld das Denkmal von "Arthur Becker". Der Hauptweg mit seinen Abzweigungen verlief direkt vor das Kinderheim und mündete im Komplex der Wege.
Vor dem neuen Aufenthaltsort angekommen, stand eine Gruppe in geordneter Dreierkolonne zum Abmarsch bereit. Sie trugen Handtücher bei sich. Im ersten Moment war schon ein wenig erschrocken. Ich wusste nicht wohin diese Gruppe eilte. Eine Badestelle war nicht in Sicht.
Meine Eltern und ich gingen zum Haupteingang, seitlich des schlossartigen Hauses. Die große Terrasse vor dem Schloss diente wohl zu anderen Anlässen.
So langsam befiel mich ein dunkles Gefühl. Im Hause herrschte reges Treiben und sofort wurde ich beobachtet und ich konnte die Worte vernehmen, dass ich ein Neuer sei. Im Vorflur angekommen, lag rechter Hand der Treppenaufgang zu den oberen Stockwerken. Die Wände strahlten durch die Sonne in ihrem eintönigen Farbglanz. Mein Gang wurde schwerer und im Bauch lag ein riesiger Kloß, der sich schieben oder ziehen lassen musste. Mein Eltern fragten nach der Leitung und wurden gerade aus durch die sofort ans Treppenhaus angrenzenden Speisesäle verwiesen. Wir durchschritten zwei große Räume, dunkel, wuchtig durch die hölzerne Wandtäfelung und das dunkle belaufene Parkett aus schwerer Eiche. Am Ende des zweiten Speisesaales saß der Heimleiter Herr Jonson in einem der Dienstzimmer. Eine schwere riesige Holztür öffnete sich. Ein großer grau melierter Herr. Er begrüßte meine Eltern und sogleich auch mich. Ich steigerte mich jedoch in eine gewisse Wut hinein und signalisierte meine Abneigung. Als sich meine Vermutung eines längeren Aufenthaltes bestätigte, versuchte ich aus dem dunklen Herrschaftszimmer zu entfliehen. Kurzer Hand flog die Hand des Heimleiters gegen meinen Kopf und ich gegen den Zapfen des wuchtigen Türscharniers dieser schweren hölzernen Tür. Ich blutete in Strömen. Eine Erzieherin brachte mich zur Notversorgung, legte einen Verband um den Kopf und verbrachte mich in ein gerade leeres Zimmer im Dachgeschoss. Dort standen Betten. Die Betten waren bezogen. Dazu befanden sich große Schränke im Zimmer. Es war alles sauber und ordentlich. Ich stand am Fenster und erinnere mich noch heute an das festgebrannte Bild im Geiste.
Ich konnte wegen dieses Zwischenfalls meine Eltern nicht mehr verabschieden und wusste, dass ich mindestens für ein Jahr gefangen war. Deshalb rastete ich beim Heimleiter aus, weil er eine Antwort gab, die mich zum sinnlosen Fluchtversuch animierte. Warten wir hinsichtlich der Zukunft erst einmal das erste Jahr ab. Ich fühlte mich betrogen und verraten. Was hatte ich den Menschen getan, nur weil mein Betragen nicht immer den Geflogenheiten entsprach. Mein Leistungsniveau spielte jedoch keine Rolle.
Ich stand dort im Schlafsaal und schaute aus dem Fenster. Die Tränen kullerten meine Wange hinunter.
Am Fenster begriff ich die mitgeführten Handtücher. Hundertfünfzig oder zweihundert Meter entfernt befand sich ein großes Bassin und die Kinder tummelten sich im kühlen Nass.
Nach geraumer Zeit kam eine Erzieherin herein, und brachte mich zu meinem neuen Schlafraum. Ich war einer der letzten Ankömmlinge für diese Einrichtung. Im Schlafraum ergriff ich Besitz eines freien Bettes. An dem weiteren Nachmittag wurde ich unbehelligt gelassen und noch nicht so intensiv in das Tagesgeschehen eingebunden.
Die Fenster des Schlafsaales waren nach hinten engegesetzt zum ersten Zimmer ausgerichtet. Während man von der einen Seite des Heimes auf die Felder schaute, lag auf der Rückseite ein waldiger Park mit verschiedensten Gehegen für Wildschweine, viele Vogelarten, besondere Enten und anderes Getier. Angrenzend nur leicht durch die Bäume zu erkennen das Schulgebäude.
Das Abendbrot nahmen wir gemeinsam in dem im Erdgeschoß befindlichen Speisesälen zu uns. Danach hatten die Kinder noch Freizeit und ich verkroch mich in den meinigen Schlafsaal. Zum Abend musste ich mich wegen des Erzieherwechsels in das Geschehen einordnen. Am Abend wurden wir so ein wenig eingewiesen in die allgemeinen Abläufe des Heimlebens. Bestimmte Fragen beantwortete die Erzieherin einfach nicht oder wich dieser aus. Außerdem vermittelte Sie, dass wir gefälligst bestimmte Fragen erst gar nicht stellen brauchen. Damit befand ich mich in deren Gewalt.
Gegen 20 Uhr erklärte die Gruppenerzieherin den Tag zur Nachtruhe. Die Gruppe hatte für insgesamt 17 Kinder zwei und später drei Schlafräume. Alle waren wir nun in unserem Schlafraum. Es war der größte Saal. Und so gesehen standen uns vielleicht jeweils zweieinhalb Quadratmeter zur Verfügung. Gut das die Zimmer mit Doppelstockbetten ausgestattet waren.
Langsam begannen wir uns zu beschnuppern. Wer kam von wo, Informationen austauschen und erforschen der Ursachen für diese Unterbringung. Jeder erzählte von seinen Vermutungen und den dazugehörigen Verfehlungen. Wir plauderten noch sehr lange. Als viele schon eingeschlafen waren, blieben „Pelikan und ich übrig“. Uns verband irgendetwas, obwohl wir uns im Leben niemals begegnet waren. Es war wie ich, wir ließen uns die Meinung nicht geigen. Schon an dem ersten Abend entfachte eine kleine Freundschaft. Ich kroch zu Pelikan ins Bett und noch sehr lange Zeit quasselten wir über so viele Sachen. An den Inhalt kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Aber er hatte sein Herz am rechten Fleck und war auch nur Kind wie ich, das aus einem Elterhaus gerissen wurde.
Während dieser ersten Gespräche kam schon schnell heraus, das keiner weniger als drei Jahre hier verbringen muss. Viele Kinder kamen schon aus Übergangseinrichtungen und waren noch davon traumatisiert. Ich beschwor mir, diese drei Jahre zu verkürzen auf lediglich ein Jahr. Einige Kinder in unserem Schlafsaal meinten, dass man auch nach einem Jahr entlassen werden kann. Ich stellte mir zumindest dieses Ziel in dieser ersten Nacht.
Irgendwann ging ich  in mein Bett zurück und schlief dann mit tränenden Augen irgendwann ein.

 
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Bericht von Angelika H. im Kinderheim Jöhstadt im Erzgebirge 1966

 
  
1966 kam ich nach Erfurt, ins Durchgangsheim. Danach wurde ich durch zwei zivile Personen nach Jöhstadt/Erzgebirge gebracht. Ich war damals 12 Jahre als.
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Ich bin durch die Jugendhilfe ins Kinderheim Erfurt gekommen. Eigene Sachen durfte ich nicht mitnehmen.
Im Kinderheim kamen wir in einzelne Zimmer und wurden bis unter die Haut untersucht, ob wir keine Flöhe und Läuse haben. Es war sehr streng. Kontakte zu anderen Kindern durften wir nicht haben. Es herrschten strenge Sitten. Z.Bsp. beim Mittagessen. Heimkleidung bekamen wir, damit man uns in der schule besser sehen konnte, denn wir gingen nach Jöhstadt in die Schule. Im Unterricht, wenn man nichts lernte, gab es mit dem Stock auf die Finger. Sauberkeit war aber besser als zu hause. Was anderes weiß ich nicht mehr; es ist solange her, man kann sich nur an einzelnes Geschehen erinnern. Bei mir aber gab es noch mehrere Einrichtungen, da weiß man nichts mehr.

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Bericht von Mandy P. vom Kinderheim Liselotte Herrmann

 
  
Also der Tag, an dem ich ins Heim kam, daran kann ich mich sehr gut erinnern. Ich war zu dem Zeitpunkt bei einer alten Dame untergebracht (warum ich zu dem Zeitpunkt da war, weiß ich leider nicht mehr).       Logo
 
Wir wussten, dass ich von dem Jungendamt von dort abgeholt werde. Demensprechend war ich aufgeregt, denn ich wusste ja nicht, was auf mich zukommen wird.
Irgendwann kam ein Auto um die Ecke gebogen und dann ging es schon los... Wir fuhren (meiner Erinnerung nach) sehr lange und zwischendurch dachte ich, wenn ich ein hübsches Haus sah..., wow das ist das Heim.
 
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Bericht von Eberhard H. vom Kinderheim Remenhof

 
  
Wer mich in das Heim brachte und wie ich im Heim wohnte, weiß ich nicht mehr. Die Chefin des Remenhof-Heimes hieß Frau S. und meine Heimleiterin Melitta S.
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Ihre Uniformen bestanden aus einem blauen Rock mit weißer Schürze. Der Remenhof wurde vom Pastor Bodo S. zur Arbeit an und mit "Trinksüchtigen" in Braunschweig-Volkmarode gegründet und gehörte dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband an. 1971 wurde dessen Satzung geändert.Von da an sollten Kinder nicht mehr wie zuvor an Pflegefamilien vermittelt werden. Der Remenhof erhielt daraufhin den Charakter eines Dauerheims. Unsere Kleidung bekamen wir vor Ort. An Schlaf-, Wasch- und Essgewohnheiten kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur, dass die Hühner gerupft und lebendig ins kochende Wasser geworfen wurden. Wir hatten einen großen Essraum. Von den anderen Heimkindern habe ich kein Bild mehr.
 
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Bericht von Heinz S. vom ersten Tag im Kalmenhof - 1956

 
  
Meine Geschichte begann mit meiner Mutter, die als Heimkind in der damaligen Landesanstalt Kalmenhof in Idstein missbraucht wurde und so mit mir schwanger wurde.
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Vor ein paar Jahren sprach ich mit dem ehemaligen Schuldirektor darüber, der meinte, dass es sich bei dem Täter um einen Erzieher aus dem Bubenhaus handelte. Nach meiner Geburt kam ich 1956 von der Universitätsklinik Marburg direkt ins Kinderheim Betesda unter der Führung von Diakonische Schwestern. Ich kann mich daran erinnern, dass ich im Alter von zwei Jahren auf einen Sofa mit einen Teddy saß und ein Foto für meine Mutter gemacht wurde. Das Kinderheim war gut und ich stellte mir auch nie die Frage, warum ich dort sein musste. Die Schwestern waren im sehr gut zu mir.

 
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Bericht von Helmut G. vom ersten Tag im Katharinenstift - 1955

 
  
Im Sommer 1955 hielt ein Polizeiwagen vor unserer Haustür in Berlin Prenzlauer Berg. Bis zu diesem Tage wohnten meine beiden Schwestern und ich (damals 3-jährig) zusammen mit unseren Eltern im Erdgeschoß einer Zweizimmerwohnung.       Logo
 

Aus einer mir nicht bekannten Ursache verstarb mein Vater einige Tage zuvor und meine Mutter lag mit einem Herzproblem im Krankenhaus. Ich habe nie erfahren, warum mein Vater verstarb.Die Polizei war angerückt um uns Kinder abzuholen. Gemeinsam mit einer völlig in Schwarz gekleideten Frau vom Jugendamt, wurden wir kurzerhand eingesammelt und ins Auto verfrachtet. Ich schrie aus Leibeskräften. Persönliche Sachen konnten wir nicht mitnehmen. Dann fuhren wir los. Ziel war das katholische Kinderheim "Katharinenstift" in der Greifswalder Straße im Prenzlauer Berg.
Dort angekommen, wurden wir getrennt. Ich kam in eine Jungengruppe. Keiner der Jungen war schulpflichtig. Es gab einen großen Schlafsaal, wo auch die Erzieherin schlief. Es war ein sehr rustikales Bett mit Vorhängen davor. Alle Frauen die von nun an mit meiner Erziehung beauftragt waren, trugen Nonnenkleidung. Disziplin und Gehorsam, sowie ständige Dankbarkeit wurden erwartet. Besonders belastend war die Anordnung nur zu festgelegten Zeiten die Toilette benutzen zu dürfen. Nachts war es nicht erlaubt das Bett zu verlassen.Auf dem Hof gab es eine Kirche, die ich von nun an jeden Sonntag besuchen musste. Dafür bekam ich ein kleines Buch, in dem Liedertexte und kirchliche Bilder waren. Das größte Gebot war es zu schweigen: beim Essen, beim Apell und nachts.
Mein erster Tag war von Angst geprägt. Angst vor der schwarzgekleideten Frau vom Jugendamt, die mich in das Heim brachte, und den Nonnen, von denen man nur die weisen Hände sah und das gefühlslose blasse Gesicht. Für mein Empfinden waren es böse Wesen, die stets streng waren und niemals lächelten. Ihre Anweisungen und Befehle waren Gesetz in dieser Einrichtung; diese zu befolgen oberstes Gebot. Ihre eisige Härte musste ich drei Jahre lang ertragen.
Mit sechs Jahren wurde ich in das sozialistische Kinderheim "Pawel Kortschagin" verlegt. Dort musste ich nicht mehr in die Kirche gehen und ich wurde sozialistisch erzogen.

 
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Bericht von Simone B. vom ersten Tag im Kinderheim Artur Samter

 
  
Ich war 5 Jahre alt und lebte 1977 mit meinem 3 Jahre älteren Bruder gerade ein paar Wochen bei einer Ersatzfamilie in 06682 Teuchern, heute sagt man Pflegeeltern.
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Das war öfter mal der Fall, weil wir zu Hause 10 Kinder waren und meine Mutter war damit schon mal überfordert war. Darum steckte mich das Jugendamt manchmal vorübergehend ins Heim oder in Ersatzfamilien... Eines Morgens im Frühling 1977 fuhren diese Pflegeeltern mit mir in einem Taxi nach 06618 Naumburg. Ich hatte nur die Sachen bei mir, die ich trug und einen kleinen Teddy. Sie gaben mich in einer Einrichtung ("Artur Samter Kinderheim") ab, von der man mir sagte, es sei ein Kindergarten. Sie hätten noch einiges in der Stadt zu erledigen und am Nachmittag würden sie mich wieder abholen. Ich habe diese Leute nie wieder gesehen und meinen Bruder auch nicht ...
 

BhmeSimoneauf Ponny 1975 002

Das Heim war nicht groß, ein schöner gemütlicher Altbau mit freundlichen hellen Zimmern und viel Spielzeug. Es gab 2 Tagesräume im Erdgeschoss für eine kleine und eine große Gruppe und je einen separaten Schlafraum für jede Gruppe im Obergeschoß. Die Waschräume und Toiletten waren im Keller. Das fand ich damals ein bisschen gruselig.
 
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Bericht von Axel L. über den ersten Tag im Spezialkinderheim Ernst Schneller - 1969

 
  
Nur wenige Wochen nach meinem 11. Geburtstag, es war ein eher verheulter 28. August des Jahres 1969, ging es nach einer Bahnfahrt ins am Stadtrand gelegene „Spezialkinderheim Ernst Schneller" von Eilenburg/Sachsen.       Logo
 

Der Weg dorthin war lang, denn erst einmal die lange Bahnanreise und der darauf einstündige sich anschließende Fußmarsch durch den Ort, in dem das Heim lag - einem Ort, von dem ich nicht wissen konnte, was er bringen würde - waren beklemmend genug.
Die Ankunft und Einweisung bedeuteten nicht nur den Verlust der gewohnten Umgebung, sondern bedeutete auch, dass man sich an ein Leben in einer Gruppe gewöhnen musste. Das war mir zwar aus früheren Aufenthalten in Kinderferienlagern bekannt, aber hier war es dennoch so ganz anders.
Der Gang durch das Eingangsportal des Heimes fiel schwer und den sprichwörtlichen Kloß im Hals verspürte ich noch stundenlang. Es nahm alles seinen Lauf – zunächst einmal die Anmeldung und Registrierung in einem der Häuser des Heimes durch die Heimleitung sowie anschließend die Aufnahme in eine Gruppe von vielleicht 18 Jungen ganz unterschiedlichen Alters. Kurz zuvor erfolgte bei der Aufnahme die Anfertigung eines Passbildes und eine kurze Verabschiedung von meiner Mutter, die mich in das Heim bringen durfte. Nicht jeder hatte das Glück, durch Privatpersonen abgeliefert werden zu können.
Es verging kaum eine Stunde und ich war nun der NEUE, wurde fragend begafft, woher ich käme und so weiter. Es wurde auch die Frage gestellt, aus welchem Heim ich kam. Offensichtlich war das bei vielen anderen Jungen der Fall, dass sie direkt aus einem anderen Heim eingeliefert wurden. Meine Aufnahme in die Gruppe war gar nicht einmal unfreundlich. Gleich darauf hieß es: ab in ein weiteres Haus, in dem ich in einer Art Wäschekammer merkwürdig schlecht sitzende Bekleidung zugeteilt bekam. Von ausgelatschten Schuhen ganz zu schweigen…
Zurück als neu Eingekleideter mit Gruppennummer 11 versehen, ging es bald darauf „geschlossen“ irgendwohin. Wahrscheinlich war es der erste Gang in den Wasch- oder auch Essensraum. Das geschah immer unter ständiger Anweisung einer Erzieherin.
Was „geschlossen“ bedeutete, lernte ich vom ersten Tag an es kennen. Es war ein Synonym für gemeinsames Handeln, denn generell ging es im Haus und meist auch außerhaus in einer Reihe oder Zweierreihen gemeinsam überall hin. Ungewohnt war es auch, unter ständiger Beaufsichtigung zu sein. Auch dies war so eine neue Erfahrung. Es wurde immer in einer Reihe angestanden. Ob es der Weg zum Essen war oder etwas anderes. Selbst das Anstehen vor der Toilette oder zum Duschen geschah geschlossen in Reih und Glied. So ging es auch zur Schule und später auch auf den Wegen in die nahe Stadt.
Bereits beim ersten Abendbrot wurde ich sehr schnell zurechtgewiesen, wie man das Essbesteck richtig verwenden sollte. Eine etwas unsanfte Begegnung - nur ein kleiner Vorgeschmack…
So etwa sah mein erster Tag aus und die anderen Tage ähnelten dem ersten, natürlich…. wie man es sich denken kann.

 
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Bericht von Juergen W. vom ersten Tag im Kinderheim St. Fridolin - 1966

 
  
Meine erster Tag im Heim? Gleich eine Frage. In welchem denn? Es gibt Einige. Ich fange mal früh an.       Logo
 
1966/67 etwa kam ich ins Kinderheim St.Fridolin in Bad Säckingen. Ich fand es toll und warm. Ich fühlte mich geborgen. Beim gemeinsamen Abendessen musste ich mich allerdings übergeben. Es hatte zur Folge, dass ich nun aus gesundheitlichen Gründen abgesondert wurde. Ich hatte Keuchhusten. Es war mir niemand Böse, ich wurde nicht verprügelt, es hat mich niemand angeschrien. Es interessierte sich allerdings auch niemand für mich. Kam mir sehr gelegen.
 
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Bericht von Angelika H. vom ersten Tag im Säuglingsheim

 
  
Ich bin von 0-3 Jahre im Kinderheim gewesen, kann dazu nichts schreiben!       Logo
 
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Bericht von Paul W. der in mehreren Kinderheimen war - 1947

 
  
An das Kinderheim, in dem ich zu allererst war, habe ich nur wenig Erinnerungen. Ich war noch keine 3 Jahre alt, als ich 1947 in ein von katholischen Nonnenorden betriebenes Heim in Amsterdam (Niederlande) kam.       Logo

Später, im Sommer 1951 wurden meine Schwester, mein Bruder und ich durch meine Mutter und ihren zweiten Ehemann dort abgeholt und im selben Jahr nach Deutschland abgeschoben.
Mit 12 Jahren kam ich für neun Monate in das Jugenddorf Klinge, Seckach/Kreis Buchen im Odenwald. Eine Frau, die mit der Caritas, Mannheim in Verbindung stand, hat mich dorthin begleitet. Der Pfarrer und Heimleiter nahm mich in Empfang. Das Heim war sehr sauber. Es bestand aus 2 Teilen: einem Kinderdorf (6-8 Kinder mit einem Betreuer-Paar in familienähnlicher Unterbringung in Einzelhäusern) und mehreren Gruppen (7 oder 8), die entweder nur Jungen oder nur Mädchen umfassten. Ich schätze die Zahl der Kinder und Jugendlichen auf ca. 300. Meine Gruppe zählte 16 Jungen zwischen 10 und 14 Jahren, 1 Erzieher und eine Betreuerin.
Die Bühne eines Versammlungssaals war der Schlafraum mit 16 Betten und einem durch Vorhänge abgetrennten Bereich für den Erzieher. Es gab zusätzlich einen großen Aufenthaltsraum. Dahinter der Duschbereich für bis zu 15 Personen gleichzeitig.
Es wurde wenig Kontrolle ausgeübt und ich konnte weit durch die Gegend streifen. Die anderen Kinder waren Vertriebene aus ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa, die mehrheitlich untereinander die Sprachen ihrer Herkunftsgebiete sprachen. Angefreundet habe ich mich mit niemanden. Im Heim erhielt die überwiegende Zahl der Kinder normalen Schulunterricht.
Drei Jahre später brachte mich ein Heimerzieher des Jugendamtes der Stadt Köln in die Jugendschutzstelle Don Bosco (Sozialdienst kath. Männer) in Köln. Von Zuhause durfte ich nichts mitnehmen; alles blieb zurück. Das Heim war steril, es waren immer etwa 20 bis 30 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren dort. Es gab keine Gruppe, aber insgesamt 2 Räume mit jeweils 6 Doppelstockbetten. Es gab den ganzen Tag nichts zu tun: keine Arbeit, keine Spiele, einfach nichts außer drei gemeinsame Mahlzeiten. Kein Ausgang, außer zum Essenholen, wo es über den Hof ging, kam man nicht nach draußen. Die Stimmung der Kinder untereinander war gleichgültig bis feindseelig.

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Bericht von Marion Y. aus dem Säuglingsheim - 1958

 
  
Ich bin mit drei Jahen adoptiert worden, zu meiner Adoptionsmutter habe ich keinen Kontakt. Sie hat mich immer Russenkind genannt.       Logo

Ich weiß nichts von meinen ersten Lebensjahren und erst Recht nichts von einem ersten Tag im Heim. Niemand kann mir sagen, wer meine Mutter oder mein Vater ist.

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Bericht von Kathrin S. vom ersten Tag im JWH Wittenberg

 
 
Ich war 15,5 Jahre alt, als ich ins Heim kam. Nachdem ich fast zwei Tage in der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Rummelsburg und knapp 10 Wochen im Durchgangsheim Berlin Alt-Stralau war, war ich "froh" dass ich endlich in einen Jugendwerkhof "durfte".       Logo

Ich wusste bis zum Tag des Transportes nicht, wohin ich kommen würde, da sagte einem ja keiner was.
Wir wurden ab Berlin Alt-Stralau mit einem Barkas in das Durchgangsheim Halle gefahren, dort gab es Mittagessen und die zu transportierenden Jugendlichen und Kinder wurden dort für den Weitertransport "neu sortiert". Nach dem Mittagessen ging mein Transport mit einem Fahrer aus dem D-Heim Halle dann schlussendlich nach Wittenberg/Lutherstadt. (ich frage mich gerade, was das wohl für ein Beruf war; Kindertransporteur!?)
Im Heim gab es nicht wirklich einen Empfang, eher eine Ablieferung. Ein Erzieher einer Jungengruppe, sein Name war XXX, ein schmieriger, unangenehmer Mensch mit feuchter Aussprache. Er nahm meine Personalien auf. Der erste Eindruck über "Kliffiklaffi" - so wie wir ihn nannten, hat sich immer wieder bestätigt. Er war immer bemüht, jemanden bei etwas Verbotenem zu erwischen, es publik zu machen und sich über verhängte Bestrafungen zu erfreuen. Er redete die Jugendlichen immer nur mit Nachnamen an "XXX, dich erwische ich auch noch" usw. Ein hässlicher Mensch, innen wie außen.
Ich bekam keine Kleider und hatte nur das, was ich vor den 10 Wochen trug, als ich verhaftet wurde. Auch andere persönliche Gegenstände hatte ich nicht. Meine Hose war nach 10 Wochen D-Heim mit 3 Mahlzeiten am Tag zu eng, den tollen alten Herrenmantel mit Pfeffer und Salz Muster durfte ich dort nicht tragen, er wurde "eingezogen", passte nicht in das Bild der sozialistischen Jugend. Es gab aber für jeden Bekleidungsgeld, ich war während meines Aufenthaltes dort 2 x mit einer Erzieherin Kleidung einkaufen. Viel hatte dort niemand von uns; jeder hatte 1 oder 2 Fächer in einem Schrank für mehrere Mädchen.
Ich kam in Gruppe 1, diese Mädchen arbeiteten in der Wäscherei Wittenberg. Ich glaube, dass man die Gruppe auswählen konnte, ich meine mich zu erinnern, dass ich gefragt wurde, ob ich lieber dies oder das arbeiten wollen würde. Die Gruppe bestand aus 20 Mädchen.
Ich lernte im D-Heim Alt-Stralau ein Mädchen aus Wittenberg kennen, sie sagte mir; wenn du auch nach Wittenberg kommst, sag, du willst in die Wäscherei, dann sind wir in einer Gruppe. Weil die sonstige Auswahl sowie auch "Kacke" war, war mir das egal und ich habe das so gemacht. Es hat geklappt und wir haben uns gefreut. Wir haben noch heute Kontakt.
Das Mädchen und ich wurden in den Gruppenbereich gebracht, dort war aber niemand, wir waren allein auf der Station. Nach einer Weile hörten wir Stimmengewirr und Getrampel. Die Jugendlichen des JWH Wittenberg marschierten geschlossen in Kampfkleidern in den Jugendwerkhof ein. Ich dachte nur: ok, hier bleibe ich wohl nicht sehr lange. Da wusste ich aber noch nicht, dass das nicht der normale Alltag ist. Es war GST-Lager-Woche. Sonst wurde nicht marschiert, das war gut.
Das Heim war für mich sauber. Für die Reinigung des Gebäudes waren ja auch die Hauswirtschaftsmädchen und für die Reinigung der Gruppenstationen die Insassen selbst verantwortlich. Es wurde ja alles 300 x kontrolliert. Es roch immer nach Bohnerwachs. Das Bad war eigentlich nur 1 Raum mit vielen Waschbecken. Keine Dusche. Wir hatten ein WC für 20 Mädchen.
Ich weiß nicht mehr genau, wie groß das Heim war. Es bestand aus einen großes Gebäude mit Anbauten und Nebengebäuden. Im JWH selbst waren 100 Jugendliche in 5 Gruppen untergebracht, jede Gruppenstation hatte mehrere Räume und war somit eine Station für sich.
Meine Gruppe 1 hatte ein achtbett-Zimmer. Es gab ein weiteres sechsbett-Zimmer, ein vierbett-Zimmer, ein zweibett-Zimmer, eine Küche, einen Tagesraum (der meist verschlossen war), einen Aufenthalts- und Essbereich, ein Erzieherzimmer - genannt Kammer, ein Bad und ein WC.
In der Außenstelle Antoniusmühle waren auch noch weitere 20 Jungs untergebracht.
Mein Zimmer war vielleicht 20 qm groß. Dort wohnten acht Jugendliche in 4 Stockbetten und mit zwei kleinen Kleiderschränken. Die sagten einem ja nicht beim Einzug, wie groß dein neues Zuhause ist.
Die anderen Kinder reagierten auf mein Ankommen nicht sonderlich aufgeregt. Dass Jugendliche kommen und gehen war ja normal. Ich bin ein unkomplizierter und umgänglicher Mensch, ich hatte keine Probleme und die anderen Mädchen mit mir auch nicht.
Wie schon oben erwähnt, war ich froh, dass ich nicht mehr im D-Heim war. Ich hatte Angst vor der Arbeit, das war nun wirklich nicht das, was ich einmal machen wollte.

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Bericht von Detlev S. vom ersten Tag aus dem D-Heim Alt-Stralau (Berlin)

 
  
Evy umarmte mich zum Abschied. "Bis bald, Kleiner", sagte sie und strich mir durch die Locken. Weinte ich? Weinte Sie?       Logo
 
Ich weiß es nicht mehr. Als sie sich zum gehen wandte, nahm mich eine Betreuerin entschlossen an die Hand und sagt: "So, jetzt schauen wir mal. Was hast du denn hier mitgebracht, Detlev?" Sie nahm meine Tasche, und ich musste alles, was meine Schwester mir eingepackt hatte, wieder abgeben. Nicht nur mein Spielzeug, sondern alle Anziehsachen. Ich ließ all das geschehen. Verstanden habe ich wohl nicht, was da vor sich ging. "Das hier ist deine Gruppe", sagte die Betreuerin und öffnete mir die Tür zu einem Aufenthaltsraum.
Ich war völlig verblüfft. Schon der Anblick von lauter gleich angezogenen Kindern war merkwürdig. Doch von allem einem Jungen habe ich angestarrt wie ein Weltwunder. Er war wie ich. Noch nie zuvor hatte ich ein Kind gesehen, das auch dunkel war. (aus: Detlev Soost, Heimkind - Neger - Pionier, Berlin 2005, S. 43 und 44).
 
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Bericht von Herr A. vom ersten Tag im Blücherhof

 
  
Ich habe keine vollständigen Erinnerungen mehr an die Heimzeit, da ich sehr stark versucht habe, die Ereignisse zu verdrängen. Dies ist mir leider nicht gelungen. Einige Erinnerungen haben sich offenbar zu tief eingegraben.       Logo
 

Ich stamme aus der Stadt Neubrandenburg und habe zwei jüngere Brüder. Im Vorlauf zur Heimeinweisung gab es schulische Probleme. Im Wesentlichen aufgrund meiner krankheitsbedingten Unkonzentriertheit. Es erfolgte eine Umschulung. In der neuen Schule gab es angeblich eine ernste körperliche Auseinandersetzung, die ich aber bereits damals als Lüge seitens der Lehrer gegenüber meinen Eltern bezeichnete. Der angebliche Vorfall ist nirgends dokumentiert und auch meine Eltern erhielten nie polizeiliche Post. Daher gehe ich bis heute davon aus, dass die neue Schule, den aufwendigen Schüler loswerden wollte.
Meine Eltern gingen gegen die Beschlüsse der JHK [Jugendhilfekommission] bis nach Berlin vor. Erfolglos.
Auf Anraten des Schulpsychologen stellten mich meine Eltern - trotz Heimeinweisungsbeschluss - zum neuen Schulbeginn in der Kinderneurologie der Uniklinik Rostock vor.
Ich wurde dort einige Monate eingängig untersucht, und ein Gutachten, das sich eindeutig gegen die Heimeinweisung in ein Spezialkinderheim und für das “Kombinat der Sonderheime“ richtet, an die JHK geschickt. Auch erfolglos. Dieses Gutachten besitze ich bereits in Kopie.
Ich wurde von Rostock aus zu meinen Eltern in Neubrandenburg entlassen.
Nach ein paar Tagen (am Wochenende) wurde die Heimeinweisung durch die Volkspolizei mit Androhung von Gewalt vollstreckt.
Ziel war das Spezialkinderheim “Charlotte Eisenblätter” in Blücherhof.
Ich war acht Jahre als ich eingewiesen wurde. Die Volkspolizei persönlich brachte mich ins Heim und übergab mich dem Gruppenleiter. Dort bekam ich eine Garnitur Sportsachen, die meiner Erinnerung nach anschließend sofort angezogen werden sollten. Ich kam in Gruppe 3, die auch ca. 18 Jungs bestand.
Meiner Erinnerung nach gestattete mir die VP [Volkspolizei] mein Stoffplüschtier mitzunehmen. Das Spielzeug musste aber beim nächsten Besuch meines Vaters zurückgegeben werden.
Die stumpfe Abfertigung überraschte mich als Neuankömmling. Die Aufnahme in der Uniklinik Rostock dagegen lief deutlich humaner ab.
Der Blücherhof war ein kleiner Adelssitz. Er hatte damals zwei Jungs-Gruppen und nach damaliger Aussage eine Mädchengruppe mit ca. 8 Mädchen. Die angebliche Mädchengruppe war hinter einer Glastür, die nicht von uns Jungs geöffnet werden durfte. Ich habe allerdings keine Erinnerung daran, jemals ein Mädchen dort gesehen zu haben.
Das Heim hatte Bauschäden und meiner Erinnerung nach einen zeitweise tropfenden Wasserschaden in meinem Schlafraum. Es herrschte keine übertriebene Sauberkeit.
Mein Zimmer war schätzungsweise 12 qm groß und mit 6 oder 7 Kindern belegt.
Die anderen Kinder reagierten anfangs genervt und aggressiv wegen meines Heimwehs. Ich habe mich verraten und ohnmächtig gefühlt.
Ich war am ersten Tag erstmal nur völlig fassungslos über die verlogene Behandlung durch die JH und den Raub aus meiner Familie. Den oft rücksichtslosen Umgang mit den Kindern habe ich dann anschließend recht schnell kennengelernt.

 
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